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Kritiken zum Film:

AM HANG



2013-10-04: Tages-Anzeiger

von Christoph Schneider:
„Sehr klug hat Imboden ein Sprach- und Gedankenspiel zu etwas Eigenem und Wesentlichem gerafft.“

2013-10-24: cinema.ch

von Michael Lang:
Zwei Männer unterschiedlichen Alters begegnen sich zufällig in einem Seehotel im Tessin. Felix, ein Musiker in den Fünfzigern mit Trennungsschmerzen und Thomas, ein junger, forscher Anwalt. Das ist der Beginn eines packenden Beziehungsdramas über Irrungen und Wirrungen der Liebe. Und eine geheimnisvolle Frau.

Es wird gegessen und viel zu viel getrunken, als sich der etwas bärbeissige Felix und der junge Schürzenjäger Thomas näher kennenlernen. Gesprächsthemen sind für einmal weder das Geschäft oder der Fussball, sondern intensiv und emotional Liebesdinge und Beziehungskatastrophen. Thomas hat zu Reizthemen wie Treue und Seitensprung ein sehr entspanntes Verhältnis und belegt das mit Schilderungen über eine Affäre mit einer reifen Geliebten. Das goutiert Felix nicht wirklich. Er muss den Verlust seiner langjährigen Lebenspartnerin verarbeiten und wird hellhörig, als er merkt, dass sie die Person ist, von der Thomas berichtet. Was nun?
Die Story fusst auf Markus Werners internationalem Buchbestseller "Am Hang" (2004), dessen Erzählstruktur sich für eine Verfilmung wenig eignete. Doch der Schweizer Regisseur Markus Imboden, auch ein begabter Autor, hat eine kluge Drehfassung geschrieben, die den Plot ausweitet: Im Buch dominiert der Dialog zwischen den Männern, im Film erscheint nun auch Bettina, das Objekt der Begierde als mitprägende Figur.
Eine plausible Dreieckstory verlangt eine starke Besetzung, und der begnadete Schauspielführer Imboden hat sie gefunden: Henry Hübchen verleiht dem gehörnten, ehrverletzten Felix eine diabolische Note. Max Simonischek besticht als forscher Thomas, der schmerzlich erkennen muss, dass das Leben nicht bloss ein Ringelspiel ist. Und Martina Gedeck ist Bettina, die luzide Gestalt zwischen den sich immer verbissener duellierenden Männern; faszinierend, wandlungsfähig, anrührend.
Bebildert wird das Ganze mit naturhaften Impressionen vom Schweizer Kameramann Rainer Klausmann, der seit Jahrzehnten mit Imboden zusammenarbeitet. Und narrativ gibt es ein paar Überraschungen: Im Buch wird beispielsweise ein offener Schluss präsentiert, derweil Imboden das thrillerartige Geschehen raffiniert weitertreibt, bis hin zu einer kriminalistischen Auflösung.
"Am Hang" ist für einmal überzeugend verfilmte Literatur. Weil sie Markus Imboden mit couragiertem Esprit ins Filmische transponiert, im Sinn und Geist respektvoll gegenüber der Vorlage. Das macht es auch im Kino glaubwürdig, dieses Beziehungsdrama um wegbröckelnden Männeregoismus, verfehlte Liebe und eine Frau, die sich davon emanzipiert.

2013-11-26: Berliner Zeitung

von Christina Bylow:
„Hübchen geht aufs Ganze in seinem Spiel. Erschöpfung, Hass, Trauer, das Wissen um die Demütigungen des Alterns. (…) Max Simonischek ist ihm ebenbürtig in seinem Facettenreichtum.“

2013-11-28: Der Spiegel

von Wolfgang Höbel:
„Die exquisiten Schauspieler Martina Gedeck, Henry Hübchen und Max Simonischeck führen in der Bestseller-Verfilmung "Am Hang" ein süffisantes Dreiecksspiel vor Alpenpanorama auf. (…) Max Simonischek ist ein junger Scheidungsanwalt und macht sehr elegant auf Frauenflüsterer und Schnösel, während ihm die Selbstbegeisterung nur so aus den Augen blitzt. (…) Es ist hochvirtuos, wie sich Hübchen und Simonischek charmieren und belauern und bekämpfen.“

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