... RÜCKKEHR DES HEIMATDRAMAS.
Diesmal war die Wartezeit ungewöhnlich lang. Während sonst jedes Jahr zwei Filme neu hinzukommen, mussten Fans dieses Mal ein Jahr länger warten. Die Reihe setzte 2022 komplett aus. Das ist insofern auch schwierig, weil Daheim in den Bergen: Die Zweitgeborenen sehr stark auf den vergangenen Geschichten basiert. Klar, es gehört bei solchen Reihen oft dazu, dass sie langfristig etwas aufbauen. Meistens ist man dennoch stärker um eine Balance aus rotem Faden und neuen Ereignissen bemüht. Das heißt nicht, dass man hier nicht folgen kann. Das meiste ist schon verständlich. Schwierig ist jedoch, sich innerhalb der Figuren zurechtzufinden. Der Film macht zu wenig, um neu einsteigenden Zuschauern und Zuschauerinnen den Einstieg zu erleichtern, da wird schon sehr auf ein wiederkehrendes Publikum gesetzt.
VIEL LEID VOR IDYLLISCHEN KULISSEN
Das ist aber nicht der einzige Grund, warum man Nicht-Fans vom Einschalten abraten darf. Der andere ist, dass der Film einfach nicht interessant ist. Wie schon die früheren Teile ist Daheim in den Bergen: Die Zweitgeborenen ein Fall für ein Publikum, das gleichzeitig Idylle und Melodram sucht. Da passieren dauernd irgendwelche schrecklichen Dinge, das aber vor den schönsten Kulissen. Glaubwürdig ist das Ergebnis kaum. Drehbuchautor Marcus Hertneck verpasst es, tatsächlich etwas über das Leben und Arbeiten in den Bergen zu sagen, und konzentriert sich lieber auf irgendwelche Familiengeschichten, die praktisch überall stattfinden könnten. Was sie dort nicht realistischer machen würde, man zeigt hier schon eine Neigung zur Seifenoper mit Schicksalsschlägen, traurigen Vorgeschichten und Gefühlen im engsten Kreis.
Das ist schade, weil es zum ländlichen Leben sicher mehr zu erzählen gäbe als das. Auch das Ensemble hätte mehr verdient, allen voran Charakter-Darstellerin Martina Gedeck, deren Talent hier vergeudet wird. Immerhin: Die dramatischen Szenen werden nicht ausgeschlachtet, da ist man vom Herzkino Schlimmeres gewohnt. Tatsächlich überzeugend sind nur die besagten hübschen Bilder. Daheim in den Bergen: Die Zweitgeborenen wirkt an diesen Stellen wie ein Imagefilm, der dafür Werbung machen soll, selbst in die Berge zu fahren und dort Urlaub zu machen. Man sollte sich dabei nur vielleicht von den Einheimischen fernhalten, um nicht zu riskieren, sich von deren Unglück anstecken zu lassen.
2023-05: film-rezensionen.de
von Oliver Armknecht:
... RÜCKKEHR DES HEIMATDRAMAS.Diesmal war die Wartezeit ungewöhnlich lang. Während sonst jedes Jahr zwei Filme neu hinzukommen, mussten Fans dieses Mal ein Jahr länger warten. Die Reihe setzte 2022 komplett aus. Das ist insofern auch schwierig, weil Daheim in den Bergen: Die Zweitgeborenen sehr stark auf den vergangenen Geschichten basiert. Klar, es gehört bei solchen Reihen oft dazu, dass sie langfristig etwas aufbauen. Meistens ist man dennoch stärker um eine Balance aus rotem Faden und neuen Ereignissen bemüht. Das heißt nicht, dass man hier nicht folgen kann. Das meiste ist schon verständlich. Schwierig ist jedoch, sich innerhalb der Figuren zurechtzufinden. Der Film macht zu wenig, um neu einsteigenden Zuschauern und Zuschauerinnen den Einstieg zu erleichtern, da wird schon sehr auf ein wiederkehrendes Publikum gesetzt.
VIEL LEID VOR IDYLLISCHEN KULISSEN
Das ist aber nicht der einzige Grund, warum man Nicht-Fans vom Einschalten abraten darf. Der andere ist, dass der Film einfach nicht interessant ist. Wie schon die früheren Teile ist Daheim in den Bergen: Die Zweitgeborenen ein Fall für ein Publikum, das gleichzeitig Idylle und Melodram sucht. Da passieren dauernd irgendwelche schrecklichen Dinge, das aber vor den schönsten Kulissen. Glaubwürdig ist das Ergebnis kaum. Drehbuchautor Marcus Hertneck verpasst es, tatsächlich etwas über das Leben und Arbeiten in den Bergen zu sagen, und konzentriert sich lieber auf irgendwelche Familiengeschichten, die praktisch überall stattfinden könnten. Was sie dort nicht realistischer machen würde, man zeigt hier schon eine Neigung zur Seifenoper mit Schicksalsschlägen, traurigen Vorgeschichten und Gefühlen im engsten Kreis.
Das ist schade, weil es zum ländlichen Leben sicher mehr zu erzählen gäbe als das. Auch das Ensemble hätte mehr verdient, allen voran Charakter-Darstellerin Martina Gedeck, deren Talent hier vergeudet wird. Immerhin: Die dramatischen Szenen werden nicht ausgeschlachtet, da ist man vom Herzkino Schlimmeres gewohnt. Tatsächlich überzeugend sind nur die besagten hübschen Bilder. Daheim in den Bergen: Die Zweitgeborenen wirkt an diesen Stellen wie ein Imagefilm, der dafür Werbung machen soll, selbst in die Berge zu fahren und dort Urlaub zu machen. Man sollte sich dabei nur vielleicht von den Einheimischen fernhalten, um nicht zu riskieren, sich von deren Unglück anstecken zu lassen.